Kernkraft

UX im Scrum-Prozess

Geschrieben von Jenny Funk veröffentlich am in der Kategorie Agiles Arbeiten, UX

Backlog-Tickets für die Konzeption? Für das Design? Aber sicher doch! Gemeinsames brainstormen? Gerne! Interne Prozesse zu verändern, bedeutet neue Wege zu gehen. In diesem Beitrag zeige ich zwei Beispiele.

Die UI-Konzeption wird immer noch häufig als lange Vorausplanung für die Entwicklung verstanden. In manchen Fällen ist das auch nicht ganz verkehrt. Zum Beispiel bei der ersten Erfassung einer Idee.

Wird anschließend das Gesamt-Produkt und seine Einzelteile geplant, sollten wir langfristige Vereinbarungen in Frage stellen. Stattdessen sollten wir in kleinen Schritten denken und arbeiten. Dadurch können wir eine echte Nähe zwischen Planung und Produktion erreichen.

Agil und ergonomisch

Geschichtlich gesehen ist der Gedanke der Agilität und die Software-Ergonomie wie ein Geschwisterpaar. Aufgewachsen in den 1980er und 1990ern Jahren in den USA etablierten sich Arbeitsweisen und Arbeitsmethoden. Das Ziel: Projekte und Teams mit agilen Management erfolgreich steuern und Software bedienbarer gestalten.

Beispiele aus dem Projektalltag

Bei netzkern arbeiten wir daran, der langen Vorausplanung einen Garaus zu machen.
Wir verfolgen den Ansatz, dass Teams Anforderungen erarbeiten und überprüfen, und nicht in gekapselten Abteilungen. Warum? Um nützliches Wissen und positive Erfahrungen aller Beteiligten in das Produkt einzuarbeiten.

Das möchte ich kurz anhand von zwei Beispielen aus dem Projektalltag beschreiben.

 

Beispiel 1: Wider den Wissensinseln

In einem aktuellen Projekt soll eine Beratungsleistung digital abgebildet werden. Ziel ist es, dem Nutzer bei seiner Recherche mehr Sicherheit, Wissen und Klarheit zu schenken. Und das unser Stakeholder als Profi wahrgenommen wird.

Aufgrund der hohen Komplexität – sowohl technisch als auch konzeptionell – müssen von Anfang an alle Disziplinen an den bevorstehenden Workshops teilnehmen. Der Konzepter versorgt die Workshop-Teilnehmer mit Analysen zu ähnlichen digitalen Angeboten. Damit wird für Workshop-Futter gesorgt, sodass alle Teilnehmer über Vorteile und Nachteile diskutieren können. Ganz nebenher werden Ideen und Ansätze entstehen. Großer Vorteil: Keiner muss hinterher gebrieft werden.

 

Beispiel 2: Analyse im Backlog

Bei einem anderen Projekt haben wir den Optimierungsbedarf des Kontakt-Bereiches auf einer Corporate Website erkannt. Allerdings nicht Wochen im Voraus. Die Komponenten waren priorisiert und wurden entsprechend zu einem geplanten Zeitpunkt analysiert.

In diesem Fall musste aber nicht nur eine Komponente an das neue Design angepasst werden. Sondern wir hatten auch festgestellt, dass die vorgesehene Struktur der Sitemap optimiert werden konnte.

User Flows haben sichtbar gemacht, dass wir 2 von 4 Klicks für die User einsparen konnten. Der Vorschlag wurde in einem UX-Ticket formuliert und es gab eine kurze Abstimmung im Team. Anschließend wurde die Optimierung dem Stakeholder vorgeschlagen. Und von diesem abgenommen und freigegeben. Jetzt kommt der User schneller an sein Ziel.

Weniger wireframen, mehr analysieren

Gemeinsam sollten wir daran arbeiten, weniger lange Vorausplanungen zu betreiben, sondern uns auf das fokussieren, was das Gesamt-Produkt besser werden lässt:

  • Produkt-Details analysieren
  • Team-Workshops durchführen
  • gute Ideen forcieren
  • A/B-Testhypothesen aufstellen
  • Guerilla-Tests durchführen
  • Ansprechpartner sein für Stakeholder, PO und Team
  • Und last but not least: Veränderungen wahrnehmen und darauf reagieren

 

Wer noch mehr UX-Methoden im agilen Arbeiten kennenlernen möchte, dem sei der Artikel von Claudia Heinze zu UX Tests und agiler Produktentwicklung empfohlen.